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Geschäftsführer Carsten Müller (sitzend) und sein Vater Hans-Willi Müller.

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Firmengründer Heinrich Kuttenkeuler.

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Vom Zweiradhandel zum Großunternehmen

Kuttenkeuler läuft wie geschmiert

38 bft-Tankstellen, 20 ARAL-Tankstellen, drei Autobahntankstellen, 55 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz in dreistelliger Millionenhöhe. So liest sich die aktuelle Bilanz der Unternehmensgruppe Kuttenkeuler in Köln. Hinter diesem Zahlenwerk stehen drei Macher: Firmengründer Heinrich Kuttenkeuler, Nachfolger und Neffe zweiten Grades Hans-Willi Müller sowie dessen Sohn Carsten Müller. Eine deutsche Familiengeschichte.

Sicher, als Heinrich Kuttenkeuler 1924 den Grundstein für seine Firma legte, ging es der Wirtschaft des Landes gut. Ein Fahrrad- und Motorradhandel in Siegburg wurde ins Handelsregister eingetragen. Aber unternehmerische Weitsicht, Mut und ein Gespür für die Bedürfnisse des Marktes ziehen sich seit fast 100 Jahren wie ein roter Faden durch die erfolgreiche Firmen- und damit Familiengeschichte. Schon ein Jahr nach Firmengründung erweiterte Kuttenkeuler sein Geschäft um einen Autohandel, Autoöle und Autozubehör. Der Deutsche entdeckte „sein liebstes Kind“ und der Geschäftsmann witterte Erfolg. Immer mehr Autos wurden in Deutschland angemeldet. Da war es eine logische Folgerung, den Bedürfnissen auch mit einer Tankstelle Rechnung zu tragen. Auf der Frankfurter Straße in Siegburg konnte ab sofort Kraftstoff gezapft werden – mit Bedienung, versteht sich.

Die Anordnungen und Einschränkungen des Dritten Reiches gingen auch an dem rheinischen Unternehmen nicht spurlos vorüber. So wurde 1934 der Handel mit Kraftstoff zwangsweise unterbunden. 1939 musste die Tankstelle in Siegburg schließen. Erst 1946, ein Jahr nach Kriegsende, nahm Heinrich Kuttenkeuler den Handel mit Mineralölen und Kraftstoffen wieder auf. Von diesem Zeitpunkt an zeigte der Konjunkturpfeil stetig nach oben. Bereits 1954 wurde der Schmierstoffhandel auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet.

Mit der boomenden Wirtschaft Ende der 1950er Jahre wuchsen auch die Anforderungen und der Druck auf Unternehmen der Mineralöl- und Kraftstoffbranche. Als sich im Dezember 1959 der Bundesverband Freier Tankstellen und unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (bft) gründete, war Heinrich Kuttenkeuler von Beginn an ein engagierter Mitstreiter

Hans-Willi Müller wuchs auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern auf, die er schon in jungen Jahren verlor. Auf der Beerdigung seiner Mutter 1964 sprach ihn der kinderlos gebliebene Großonkel Heinrich Kuttenkeuler erstmals auf eine Mitarbeit in der Firma an. Müller befand sich jedoch noch in der Ausbildung zum Industriekaufmann in Siegburg. Als ein Jahr später auch der Vater starb, einigten sich Heinrich Kuttenkeuler und Hans-Willi Müller auf einen Geschäftseintritt zum 1. April 1966. Zu dieser Zeit betrieb die Firma Kuttenkeuler mit Sitz in Köln-Bayenthal sieben Tankstellen im Kölner Raum, weitere Stationen waren an andere Mineralölgesellschaften verpachtet.

Schnell brachte sich der junge Hans-Willi Müller mit Verve und visionären Ideen in den Geschäftsbetrieb ein. Stetig wurde das Tankstellengeschäft ausgeweitet. Bereits 1969 wurde er zum Geschäftsführer berufen. 1985 – inzwischen war der Firmensitz seit 1972 nach Köln-Rodenkirchen verlegt worden – wurde der Steuerlagerbetrieb für Kraftstoffe in Neuss aufgenommen. 1991 wurde die Schmierstoffabfüllung um eine weitere Halle erweitert.

Auch der Bundesverband Freier Tankstellen (bft) war inzwischen zu einem mehr als ernstzunehmenden Gesprächspartner für die Wirtschaft und Politik herangereift. Für Hans-Willi Müller war die Mitarbeit im bft von Anfang an ein Selbstverständnis, denn politische Aufgaben, so Müller, sind nur über die Gemeinschaft im Verband zu realisieren. Besonders Einzelkämpfern empfiehlt der heutige Senior dort eine Mitgliedschaft, „weil der Verband der einzige ist, der ihnen eine Stimme gibt, der fachliche Beratung leistet und beim Markenauftritt hilft“. 1995 startete Müller als neuer Vorsitzender des bft für zehn Jahre durch.

Unterdessen wuchs Hans-Willi Müllers Sohn Carsten mit dem Geruch von Schmier- und Kraftstoffen in der Nase heran. Schon als Schüler legte er regelmäßige Zwischenstopps im Familienbetrieb Kuttenkeuler ein, füllte Schmierstoffe ab, etikettierte sie, verpackte sie auf Paletten und lernte somit so ganz nebenbei den Betrieb kennen. Fachwissen holte sich der Junior durch sein Studium der Wirtschaftswissenschaften und viele Wochenendschichten an den Tankstellen, bevor er 2001 mit 27 Jahren und dem Abschluss als diplomierter Betriebswirt (FH) ebenfalls ins Unternehmen einstieg. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Tankstellennetz 16 bft-Stationen, vier Aral-Stationen und zwei Bundesautobahntankstellen.

Mit den Jahren stieg die Anzahl der Tankstellen unter der Ägide der Firma Kuttenkeuler stetig. Erste Zusammenarbeiten mit der ARAL begannen, 1999 wurde die erste öffentliche Erdgastankstelle Nordrhein-Westfalens in Bonn-Bad Godesberg gebaut. Die Tankstellenneubauten in den Jahren ab 2001 erhielten durchweg positiven Zuspruch, nicht zuletzt durch deren architektonische und kundenorientierte Großzügigkeit. Der Schmierstoffbereich wurde weiter ausgebaut und zunehmend automatisiert. 2006 wurde mit der Übernahme eines Geschäftspartners und der damit verbundenen Gründung der Müller Mineralöle GmbH & Co. KG in Eschweiler bei Aachen das Lieferprogramm um KFZ-Winterchemie wie Kühler- und Scheibenfrostschutz erweitert. 2007 zählte die Firmengruppe bereits 27 bft-Tankstellen, fünf ARAL-Tankstellen und Einlieferrechte an fünf Autobahntankstellen.

Ein Meilenstein im Familienbetrieb war die Berufung Carsten Müllers zum Geschäftsführer im Jahr 2009. Vater Hans-Willi, inzwischen 71-jährig, steht seinem Junior nach wie vor als wertvoller Berater zur Seite und bringt sich in der Firma als Prokurist ein. Den Schlüssel zum Erfolg formuliert der Senior wie folgt: „Wir reagieren auf Fakten, nicht auf Prognosen.“

eft / Bli

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